Kriminelle Energie und gewiefte Gegenwehr auf dem Berghof

Badische Zeitung vom 15.01.2018 von Karin Heiß

 

Die Laienspieler der Trachtenkapelle Biederbach glänzen beim traditionellen Theaterabend mit einer Kriminalkomödie / Vorspiel und Ehrung von Jungmusikern.

BIEDERBACH. Mit "Der Berghofmord" (Willy Stock) brachten die Laienspieler des Musikvereins Trachtenkapelle Biederbach und ihr altbewährter Regisseur Hans-Jörg Allgeier in diesem Jahr eine Kriminalkomödie auf

die Bühne der Schwarzwaldhalle.


Der traditionelle Theaterabend war wieder sehr gut besucht und das Publikum fühlte sich großartig unterhalten. Abgerundet wurde das Ganze mit einer Tombola, für die etliche Geschäftsleute und Firmen Preise gespendet hatten, die sich sehen lassen konnten, wie ein i-Pad, Haushaltsgeräte, Europaparkkarten und weitere wertvolle Dinge. Die Lose gingen in den Pausen weg wie warme Semmel.

Beim Vorspiel glänzten rund 30 Jungmusiker

Vorsitzender Stephan Schätzle freute sich, bei der Begrüßung unter den Gästen Bürgermeister Josef Ruf, Gemeinderäte, Ehrenmitglieder und Ehrendirigent Georg Allgeier begrüßen zu dürfen. Los ging’s auf der Bühne wie jedes Jahr mit dem Vorspiel der Jungmusiker unter Leitung von Angelika Weber. Dass sie schon einiges drauf haben, zeigte sich in der Wahl der anspruchsvollen Stücke, die sie instrumental auch beherrschten: Sanssouci Ouvertüre (Josef Bönisch), Adventure (Markus Götz), Memory Song (Steve Hagedorn, mit Horn-Solo von Daniel Schätzle), Take on me (das Josef Disch gespendet hatte) und als Zugabe, welche die Zuhörern mit Applaus gefordert hatten, den Marsch "A good start". Die Moderation hatten Tamara Hin und Annika Meier vom Jugendorchester übernommen.

Nach der Umbaupause startete der Dreiakter. Zu sehen waren der Berghofwirt Moritz Höfele (Maximilian Brugger) und die Köchin Josefa Kümmerle (Caroline Wernet) am Küchentisch. Im Gespräch vertieft zu sagen, wäre übertrieben. Josefa redete auf den gutsituierten Gastwirt ein und der war äußerst wortkarg – mehr von Zahlen als von Worten eingenommen, wie’s schien. Deshalb ließ er sich von Josefa am Telefon auch verleumden. Genau genommen sollte sie ausrichten, dass er gestorben ist. Na, diese Aussage zog einen deftigen Rattenschwanz hinterher: Postwendend erschienen auf dem Hof die Erbschleicher, Tante Eulalia (Vanessa Hin) und Onkel Waldemar Schrecklich (Stephan Schätzle), und gut getarnte Betrüger, die Modeverkäuferin Betty Hütchen (Katja Burger) und Friseurmeister Rüdiger Schwerengraf (Daniel Schätzle).

 Moritz mochte zwar hier und dort die Zähne nicht auseinander bekommen, im Gehirn schaltete er blitzschnell. Für seine Verwandten, die ihn nach dem Tod seiner Eltern als kleinen Jungen nicht aufgenommen hatten, sondern hinnahmen, dass er ins Waisenhaus musste, inszenierte der Berghofwirt mit großer List eine einzigartige Lektion, an die sie noch lange denken sollten. "Es bietet sich im Leben nur einmal die Gelegenheit, ihnen mal richtig die Meinung zu sagen", sagte Moritz und nutzte sie. Unterstützung bekam er seiner Köchin und seiner treuen Servicekraft Gudrun Dorn (Jessica Schwendemann). Noch ehe Beide den Hof erreichten, stand fest, dass Moritz den Testamentsvollstrecker spielt, der verkündet das Josefa und Gudrun alles erben.

Im zweiten Akt erscheinen die vom (angeblichen) Arzt angekündigten "Kurgäste" auf der Matte: Verkäuferin Betty, total überdreht mit nervösen Zuckungen in der Schulter, und Friseur Rüdiger, der nicht nur wegen seiner behäbigen Art zu sprechen, sondern vor allem wegen seines Ticks, allen an die Haare zu wollen, ziemlich irre wirkte.

Hier sei bemerkt, dass die Darsteller allesamt durch tolle Schauspielerei glänzten. Mimik, Gestik und Texte saßen. Souffleur Patrick Schwendemann dürfte nicht allzu viel zu tun gehabt haben. Den Zuschauern wurde viel zum Lachen und Staunen geboten und die Spannung hielt sich bis zum Schluss. Für die Maske waren Xenia und Jasmin Allgeier zuständig.

Weiter zum Stück: Auf der Bühne waren zwischenzeitlich Tante und Onkel Schrecklich erschienen, "um ihr rechtmäßiges Erbe als einzige Verwandte des Berghofbauers anzutreten". In tiefster Trauer und schwarz gekleidet erschienen auch Josefa und Gudrun zur "Testamentsvollstreckung". Moritz (als Notar) wurde von den Verwandten nicht erkannt. Das Schelmenstück konnte beginnen. Die drei Eingeweihten zogen die Verhandlung extra in die Länge, bevor das Erbe verkündet wurde.

Die Tante zeigte sich entsetzt und drohte es anzufechten, ihr Mann ließ hingegen endlich heraus, was er vor Jahren längst hätte sagen und vor allem tun müssen. In diesem letzten Akt gab es so manchen Szenenapplaus!

Nun könnte man meinen, Onkel und Tante sind genug gestraft. Aber nein. Da waren ja noch Betty und Rüdiger, die vermeintlichen Kurgäste. Sie entpuppten sich als die wahren Kriminellen. In der Stuttgarter Zeitung hatten sie vom vermögenden Berghofwirt gelesen. Da der inzwischen "verstorben" war, nahmen sie nun Eulalia und Waldemar ins Visier, die – so ihre Annahme – als Verwandte Hab und Gut geerbt haben. Die Alten wurden von ihnen überfallen und gefesselt. Die neue Bedienung Stefanie (Nadine Hin) erschien in diesen Turbulenzen auch noch auf dem Plan.

Am Ende kriegten diejenigen eine Lektion, sogar eine doppelte, die es verdient hatten. Zudem siegte die Liebe: Gudrun und Moritz kamen zusammen. Und für die gelungene Komödie brauste großer Beifall auf.

Ehrungen: Folgenden fleißigen und erfolgreichen Nachwuchsmusikern wurde für ihre bestandenen theoretischen und praktischen Prüfungen an ihrem jeweiligen Instrument das Jugendleistungsabzeichen des Blasmusikverbandes überreicht: In Bronze: Linus Brugger (Tenorhorn) und Ann-Kathrin Disch (Altsaxofon). In Silber: Alina und Angelina Burger (Beide Querflöte); Johanna Herr, Tamara Hin, Annika Meier, Laura Rißler (alle Klarinette) sowie Linus Reich und Janik Hin (Beide Schlagzeug).

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